Exkursion zu der Gedenkstätte Esterwegen
am Samstag, 20. Juni 2026, 9 – 17 Uhr.


Die Gedenkstätte Esterwegen ist ein europäischer Gedenkort, der an alle 15 Emslandlager und ihre Opfer erinnert – ein Zeichen gegen Diktatur, Gewaltpolitik und Terror, gegen Nationalismus und Rassismus. Das System der Emslandlager wurde bereits 1933 für politische Häftlinge eingerichtet, im Laufe des Zweiten Weltkriegs wurde es zu einem Lager für verurteilte Soldaten, Widerstandskämpfer aus mehreren westeuropäischen Ländern, schließlich für Kriegsgefangene.
Zu den prominentesten Gefangenen zählen etwa: der Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky, die Reichstagsabgeordneten Julius Leber, Wilhelm Leuschner und Ernst Heilmann, der spätere Ministerpräsident von Niedersachsen Georg Diederichs, der Bauhaus-Künstler Hans Litten u.a. Zwischen 1933 und 1945 starben etwa 30.000 Menschen in den NS-Lagern des Emslands.
Die Fotos werden durch Anklicken vergrößert.
Vortrag zum Thema
‚Jesus der arische Mensch‘ – Das „Entjudungsinstitut“ in Eisenach,
ein Kapitel völkisch-antisemitischer Verirrungen des deutschen Protestantismus im Nationalsozialismus
Referent: Dr. Oliver Arnhold, Detmold
Ort: Aula des Klosters Frenswegen
Datum: Donnerstag, 21.05.26, 19.00 UHR
Wie tief bedeutende Teile und Repräsentanten evangelischer Kirchen in den Sumpf völkisch-antisemitischer Rassenideologie verstrickt waren, belegt das sogenannte „Entjudungsinstituts“ in Eisenach. Der Referent ist ausgewiesener Experte für dieses „Institut zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben“. Sein mediengestützter Vortrag wird ein detailreiches Bild der Gründung und Geschichte des Instituts entwerfen.
Die Aufgabe des 1939 gegründeten Instituts war es, die jüdischen Wurzeln des Christentums zu tilgen und alle positiven Hinweise auf das Volk Israel und das Judentum aus der Heiligen Schrift zu entfernen. Lehre, gottesdienstliche Liturgie, Katechismus und Gesangbücher der evangelischen Kirche sollten so an die nationalsozialistische Ideologie angepasst werden.
Erst im Jahr 2019 – 80 Jahre nach Gründung des Instituts – wurde in Eisenach ein Mahnmal in unmittelbarer Nähe des Institutssitzes errichtet.

Dr. Oliver Arnhold hat in seiner bahnbrechenden Dissertation „Entjudung“ – Kirche im Abgrund“ (2010) die Grundlage für die Erschließung der Institutsgeschichte und seiner – teilweise bestürzenden – Nachgeschichte nach 1945 gelegt.

Zurück im Kloster:
Dr. Gábor Lengyel, Rabbiner der Reformsynagoge in Hamburg
Reisebericht und Gespräch zum Thema:
Wohin führt der Weg Israels?
Zu diesem Thema lädt das Forum Juden/Christen am Mittwoch, den 25. Februar 2026, um 19.00 Uhr in die Kapelle des Klosters Frenswegen ein.
Die Lage in Israel ist nicht nur für uns in Deutschland unübersichtlich. Das mediale Interesse konzentriert sich nach wie vor weitgehend auf die katastrophalen Lebensverhältnisse im Gazastreifen und den Friedensplan Trumps. Dessen Umsetzung droht an der Weigerung der Hamas, die Waffen niederzulegen, zu scheitern. Auch der bedrohliche Konflikt mit dem Iran rückt wieder in den Mittelpunkt. Wenn uns Berichte aus Israel erreichen, sind es bedrückende Meldungen über Siedler-Attacken auf Palästinenser in der Westbank oder über verstörende Entscheidungen der Netanjahu-Regierung.
Demonstration in Tel Aviv für die Einberufung einer unabhängigen Untersuchungskommission zum 7. Oktober


Israel ist anders und vielfältiger als das mediale Bild hierzulande. Rabbiner Gábor Lengyel war im November/Dezember längere Zeit vor Ort. Er hat in Tel Aviv gewohnt und schreibt: „Das Straßenbild in Tel Aviv: voll! Lokale, Restaurants sind voll. Alle sagen: wir können wieder atmen!“ Von dort aus hat er die Gedenkstätten des 7.10.2023 nahe am Gazastreifen besucht: Sderot, Kibbuz Nir Oz und Kibbuz Saad. Aber auch in Haifa und Jerusalem hat er sich Einblick in das alltägliche Leben der jüdischen und arabischen Israelis verschafft. Und vor allem: Er ist unterschiedlichen Persönlichkeiten begegnet und hat mit ihnen hoffnungsvolle Gespräche geführt. Dazu gehörten auch Vertreter/-innen von Nichtregierungs-Organisationen (NGOs), die sich für ein friedliches Zusammenleben einsetzen, auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksam machen und sich dem Abbau demokratischer Strukturen widersetzen.
Über diese eindrückliche Reise wird Rabbiner Gábor Lengyel im Kloster Frenswegen berichten.
Die Veranstaltung des Forums Juden/Christen bietet die Chance, aus erster Hand Informationen und Einschätzungen zur aktuellen Lage in Israel zu erhalten. Fragen an den Referenten sind erwünscht.
Gottesdienst des Forums Juden/Christen zum
„Jahr der Christlich-Jüdischen Zusammenarbeit 2026 – 5786/5787“
„Schulter an Schulter miteinander“ –
Unter diesem Motto stand der Gottesdienst, zu dem das Forum Juden/Christen für
Sonntag, den 8. März 2026, um 18 Uhr in die Kapelle des Klosters Frenswegen eingeladen hat.
2025 erschienen:
Benny Morris
Die Geburt des palästinensischen Flüchtlingsproblems
Eine Neubetrachtung
Übersetzung: Hartmut Lenhard
826 Seiten, Klappenbroschur
3 Abbildungen
ISBN: 978-3-95565-702-4
Erschienen: 2025
Verlag: Hentrich & Hentrich Leipzig
Preis: 39 €
Benny Morris‘ Buch „The Birth of the Palestinian Refugee Problem (1947–1949)“ ist ein Klassiker der Geschichtsschreibung des Nahen Ostens. Seine Enthüllungen darüber, wie und warum 700.000 Palästinenser während des arabisch-israelischen Krieges 1948 ihre Heimat verließen und zu Flüchtlingen wurden, stellten 1988 die widersprüchlichen zionistischen und arabischen Interpretationen in Frage. Während Erstere behaupteten, die Palästinenser seien freiwillig gegangen, unterstellten Letztere eine gezielte Vertreibung. Die überarbeitete Neuausgabe „The Birth of the Palestinian Refugee Problem Revisited“, die hier in deutscher Erstübersetzung vorgelegt wird, berücksichtigt erstmals zugängliche israelische Militärarchivakten und nachrichtendienstliche Unterlagen.

Benny Morris
ist emeritierter Professor der Geschichte an der Ben-Gurion-Universität des Negev und ein renommierter Vertreter der „Neuen Historiker“. Er publizierte zahlreiche Beiträge zum arabisch-israelischen Konflikt